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CARING ECONOMY AUSTRIA

Wir stellen Fürsorge, Pflege und Bildung in den Wirtschaftsfokus.

Wozu gibt es Wirtschaft?

Eine einfache Frage. Und eine, die in wirtschaftspolitischen Debatten erstaunlich selten gestellt wird.

Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Sie existiert nicht, damit Kennzahlen wachsen, Märkte funktionieren oder Kapital vermehrt wird. Wirtschaft existiert, damit Menschen leben, lernen, sich entwickeln und füreinander sorgen können. Doch genau dieser Auftrag kommt im vorherrschenden Wirtschaftsverständnis kaum vor.

Fürsorge, Bildung und Pflege werden häufig als Sozialpolitik, Kostenfaktoren oder private Angelegenheiten von Frauen behandelt. Dabei gehören sie nicht an den Rand der Wirtschaft. Sie gehören in ihr Zentrum.

Denn Wirtschaft ist nicht nur die Organisation von Produktion und Konsum. Wirtschaft ist die Organisation jener Bedingungen, die menschliches Leben ermöglichen und fördern, in einer Weise, die Gemeinschaften und die natürlichen Lebensgrundlagen stärkt.

Es geht nicht darum, Fürsorge, Pflege und Bildung für die Wirtschaft zu ermöglichen, denn sie sind nicht nur Voraussetzungen für Wirtschaft. Fürsorge, Pflege und Bildung sind selbst wirtschaftliche Wertschöpfung.

Caring Economy beginnt deshalb mit einer grundlegenden Frage: Wie würden wir wirtschaftliche Entscheidungen treffen, wenn wir den Zweck der Wirtschaft wieder ins Zentrum stellen?

195 Milliarden Euro. 44 Prozent des BIP. Unsichtbar.

Caring Economy definiert Wirtschaft nicht primär über Geldwerte, sondern über Wertschöpfung. Dass unbezahlte Arbeit in den privaten Haushalten nicht im BIP erscheint, bedeutet somit nicht, dass dort keine Wirtschaft stattfindet. Es zeigt vielmehr die Grenzen unseres aktuellen Wirtschaftsverständnisses, das Wertschöpfung überwiegend dort erkennt, wo Geld fließt.

Der größte Wirtschaftssektor Österreichs — die unbezahlte Care-Arbeit in den privaten Haushalten — taucht nicht in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf. In Geld berechnet entspricht diese Arbeit 195 Milliarden Euro pro Jahr. Das macht 44 Prozent des BIP-Betrages. In Zeit gemessen arbeitet Österreich zu 57% unbezahlt.

WAS IST DIE CARING ECONOMY

Die Caring Economy ist ein Wirtschaftsmodell, das Fürsorge, Pflege und Bildung als zentrale Treiber wirtschaftlichen Handelns begreift, als Kernelemente der Wirtschaft – weder als deren Voraussetzung noch als nachgelagerte Randthemen oder private Angelegenheiten von Frauen.

Caring Economy Austria macht jene ökonomischen Zusammenhänge sichtbar, die im bestehenden Wirtschaftsmodellen ausgeblendet oder unsichtbar gemacht werden. Wir zeigen den hohen volkswirtschaftlichen Wert und die Potentiale, wenn wir Fürsorge, Pflege und Bildung als Kernelemente wirtschaftspolitischer Entscheidungen nutzen.

Das Konzept ist maßgeblich geprägt von der Kulturhistorikerin, Systemwissenschaftlerin und Autorin Riane Eisler, die 1939 als Kind aus Wien fliehen musste und heute über neunzigjährig in Kalifornien lebt.

WAS WIR SIND

Caring Economy Austria ist eine wirtschaftspolitische NGO für Advocacy, Forschung und Vernetzung — mit Sitz in Wien, parteipolitisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert. Wir arbeiten daran, sichtbar zu machen, was das bestehende Wirtschaftssystem ausblendet. Und wir zeigen, wie es anders geht. Riane Eisler ist Ehren-Mitglied und Teil unseres Advisory Boards.

12,5

12,5 Milliarden Stunden

Laut Oxfam International leisten Frauen und Mädchen weltweit mindestens 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit pro Tag.

10,8

Billionen US-Dollar

Das entspricht einem Wert von mindestens 10,8 Billionen US-Dollar - mehr als das Dreifache des Umsatzes der globalen Tech-Industrie.

Mari Lang im Gespräch mit Elisabeth Sechser über ein neues Verständnis von Wirtschaft.

Monatlich: Wirtschaftszahlen, Analysen und Einblicke in laufende Initiativen. Kein Spam. Jederzeit abbestellbar.

WAS WIR BEWEGEN

Wir forschen, vermitteln, vernetzen, initiieren und mobilisieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut CloseEconDataGap machen wir die volkswirtschaftliche Relevanz von Care-Arbeit messbar und öffentlich zugänglich. Mit Vorträgen, Diskussionen, Labs, Konferenzen, Online-Formaten und öffentlichen Aktionen machen wir die Caring Economy diskutierbar, denkbar und erlebbar. Wir bringen Wissenschaft, Politik, NGOs und Unternehmen rund um die Caring Economy zusammen — in Österreich, im DACH-Raum und immer wieder auch darüber hinaus.

ADVISORY BOARD

„Der Verein Caring Economy leistet einen wichtigen Beitrag zu einem umfassenderen Verständnis von Wirtschaft. Ich unterstütze seine Arbeit mit Überzeugung. Caring Economy Austria macht den wirtschaftlichen Wert von Fürsorge sichtbar, fördert gesellschaftlichen Dialog und unterstützt den Wandel hin zu partnerschaftlicheren, zukunftsfähigen Strukturen. Durch die Verbindung von Forschung, Dialog und praktischer Umsetzung trägt der Verein dazu bei, Wirtschaftssysteme weiterzuentwickeln, die am Wohlergehen von Menschen und den natürlichen Lebensgrundlagen ausgerichtet sind.“

Riane Eisler
Begründerin von Partnership Systems, von Caring Economics, Sozialwissenschaftlerin und Autorin
Mitglied des Advisory Boards vom Verein Caring Economy Austria

Caring Economy Austria – Bekannt aus

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Interviews

Veranstaltungen

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